
Arête des Cosmiques
Ein Grat, der sich bei jeder Wiederholung neu zeigt
Datum: 20.10.2025
Chamonix – Start um 09:00 Uhr an der Talstation.
Route:
Arête des Cosmiques, Aiguille du Midi
Schwierigkeit: ZS bis ZS+
Höhenmeter: ca. 350 Hm
Zeitbedarf: 2–6 Stunden
Ausrüstung: komplette Hochtourenausrüstung + alpine Kletterausrüstung, 60-m-Seil, Friends, Klemmkeile, 2×25 m Abseilen
FAZIT
Die Arête des Cosmiques ist atemberaubend und fordert volle Konzentration. Ausgesetzte Gratpassagen, Gletscher und Kletterstellen verlangen Respekt und die richtige Ausrüstung. Wer achtsam unterwegs ist, erlebt einen einzigartigen Grat, der bei jeder Begehung neu überrascht.
An der Aiguille du Midi
ein Grat, der sich bei jeder Wiederholung neu zeigt.
Die Arête des Cosmiques präsentiert sich vom ersten Moment an als eine Gratlinie, die den Respekt verdient. Gleich nach dem Ausstieg aus der Aiguille-du-Midi-Station beginnt man entlang einer schmalen, luftigen Schneide zu steigen, die links und rechts steil in die Tiefe fällt. Es ist diese ausgesetzte Linie, die den besonderen Charakter der Tour prägt: Jeder Schritt erfordert Konzentration, Balance und ein gutes Auge für das Gelände. Die Aussicht ist gewaltig – der Blick reicht zum Mont Blanc, ins Vallee Blanche und hinüber zu den Grandes Jorasses –, während man selbst wie auf einem weißen Drahtseil unterwegs ist. Es ist eine Gratwanderung, die zugleich fordert und fasziniert: schmal, elegant und vollkommen offen zur Höhe.

Über den Gletscher – Einstieg in die Hochalpinwelt
Bevor der eigentliche Grat beginnt, führt der Weg über den obersten Teil des Gletschers unterhalb der Aiguille du Midi. An unserem Tag zeigte er sich von seiner besten Seite: kaum Spalten, solide Schneeauflage und eine gut zu folgende Spur. Dieser Abschnitt ist ideal, um in die Tour hineinzufinden – ruhiges Gehen, klare Linien, der Blick nach vorne zum Grat. Trotz der Einfachheit bleibt es ein echter Gletscher, also mit der notwendigen Vorsicht und voller Hochtourenausrüstung: Pickel, Steigeisen, Seil, Gurt. Hier spürt man den Übergang von der weiten Gletscherfläche zur schärfer werdenden Linie des Grats, der schon von Weitem gestaffelt in Fels und Schnee aufragt. Es ist ein sanftes, aber eindrucksvolles Einlaufen in die alpine Welt der Tour.

Die Kletterei – Genuss bis zum 4. Grad
Sobald der Gletscher hinter einem liegt, beginnt die abwechslungsreiche Kletterei der Arête des Cosmiques. Die Felsen waren bei uns trocken, sodass wir die Steigeisen bald ausziehen konnten – ein großer Vorteil, denn die Kletterstellen bis zum 4. Grad werden dadurch fein und präzise. Festes Gestein, gute Griffe und klare Linien machen diesen Abschnitt zum eigentlichen Höhepunkt der Tour. Gesichert haben wir klassisch alpin mit Klemmkeilen und Friends, was hier bestens funktioniert. Zwei Abseilstellen von je etwa 25 Metern gliedern die Route zusätzlich und sorgen für flüssiges Weiterkommen. Es ist eine Kletterei, die Kraft, Technik und einen wachen Kopf verlangt, aber gleichzeitig unglaublich viel Freude macht: kompakter Fels, luftige Querungen und diese unverkennbare Mischung aus Felsklettern und großer Höhe.
